Liebe Eltern,

stellen Sie sich Folgendes vor:

Sie sind mit Ihrem Baby allein auf einer Insel.
Sie haben ein schlichtes aber angenehmes Zuhause.
Trinkwasser holen Sie sich aus einer nah gelegenen Quelle.
Die Nahrung die Sie benötigen, sammeln Sie tagsüber in der Umgebung.
Es schaut keiner zu, Sie müssen sich vor niemandem rechtfertigen.

Wann geht Ihr Kind zu Bett?
Wo schläft Ihr Kind?
Was machen Sie, wenn Ihr Kind nachts aufwacht und weint?

Wer von Ihnen würde sein Baby auf der einsamen Insel auf eine andere Art und Weise betreuen als Zuhause? Sie? Ja? Dann sind Sie in guter Gesellschaft, denn das würden die meisten Eltern tun. Warum aber nur?

Eltern handeln sehr häufig entgegen ihrer inneren Stimme, wenn es um den Schlaf ihrer Kleinen geht. Kein Wunder. Sie sind umgeben von hartnäckigen Glaubenssätzen (Ein Baby muss alleine einschlafen können.) und jeder Menge Erwartungen (Was, es schläft noch nicht durch?).

Wären Eltern frei von diesem Druck – wie in dem Gedankenspiel -, würden sie ganz selbstverständlich intuitiv handeln und die meisten Fragen rund um den Babyschlaf hätten sich im Nu erübrigt. Besser noch – sie wären erst gar nicht aufgekommen.

Ein grundlegender Irrtum zum Beispiel, der Eltern immer wieder daran hindert, ihre Intuition einzusetzen, lautet: Babys muss man das Schlafen beibringen!

Nein, stimmt nicht. Babys können hervorragend schlafen. Schlafen ist schließlich das natürlichste der Welt. Nur schlafen Babys anders als wir Erwachsene. Eltern wissen das in ihrem Innersten und können damit hervorragend umgehen – wenn sie es schaffen, sich von den eigenen und den Erwartungen anderer zu lösen.

Als Psychologin, aber gerade auch als Mutter weiß ich allerdings, wie schwer es ist, sich nicht von Expertenrat oder gut gemeinten Ratschlägen aus dem Familien- und Freundeskreis beeindrucken zu lassen.

Wir Eltern wollen heute alles richtig machen. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir unheimliche Angst haben, irgendetwas Falsches zu tun. Wir sind oft zutiefst verunsichert, wie wir mit unserem Kind umgehen sollen – gerade dann, wenn es mal nicht so läuft wie erwartet. Da sind wir besonders empfänglich für allerlei Rat.

Und so kommt es, dass der natürliche Zugang zu unserer Intuition und damit zur Quelle unseres tief verwurzelten Wissens über Kinder und deren Bedürfnisse versperrt wird. Er ist quasi durch Ratschläge und unterschiedlichste Expertenmeinungen blockiert.

Wir müssen erst wieder lernen uns selbst und unserem Kind zu vertrauen. Wenn wir das geschafft haben, dann sagt uns „unser Bauch“ ganz genau, was zu tun ist, wenn unser Baby nachts aufwacht und weint.

In meinem Buch werden Sie keinen ausgeklügelten Standardplan finden, wie Sie Ihr Kind zum schlafen bringen. Was Sie vielmehr erfahren, ist, wie Sie als Familie einen eigenen und damit passenden Weg zu zufriedenem Familienschlaf finden – so, dass sich jeder einzelne in der Familie wohl fühlt.

Bevor ich Ihnen genau erzähle, wie dieser persönliche Weg zu entspannten Nächten gelingt, schaffen wir allerdings erst die Voraussetzungen dazu:

1) Sie lernen die grundlegenden emotionalen Bedürfnisse kleiner Kinder kennen und deren zentrale Rolle für eine gesunde Entwicklung. Eltern haben oft große Angst, ihr Kind zu verwöhnen, wenn sie sich zu sehr auf seine Bedürfnisse einlassen. Auch das ist ein weit verbreiteter Irrglaube, den ich in meinem Buch genauer beleuchte.

2) Sie erfahren, welche grundlegenden Irrtümer sich zum Thema Babyschlaf im Umlauf befinden. Eltern sind sich nicht bewusst, wie viele der gängigen Ratschläge oder auch Expertenmeinungen schlicht falsch sind und ihrem Kind sogar Schaden zufügen können. Ich denke da insbesondere an die berühmten Schlaftrainings (Ferber-Methode), die sich hierzulande großer Beliebtheit erfreuen. In meinem Buch beschreibe ich ausführlich die negativen Auswirkungen von solchen Behandlungsplänen.

3) Und Sie erhalten ein einfaches Basiswissen zum Thema Babyschlaf. Nur das allernötigste, um ein besseres Verständnis für den Schlaf der Kleinen zu entwickeln: Was ist Babyschlaf überhaupt und wie funktioniert er? Warum wachen Kinder nachts immer wieder auf? Wie viel Schlaf braucht ein Kind überhaupt? Usw.

Mein Ziel ist es, Ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Sie sollen souverän entscheiden können, was für Ihr Kind, Ihre Familie richtig ist und was nicht. Weil nur Sie es wirklich wissen. So werden Sie zu dem, was Sie in Ihrem Innersten schon immer waren – DIE Schlafexperten für Ihr Kind.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie durch mein Buch erleben, dass Babyschlaf etwas ganz besonderes ist und nicht einfach etwas, das man durch gezielte Maßnahmen in geregelte Bahnen bringen muss.

Herzliche Grüße

U8

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Babyschlaf: Die Irrtümer und ihre Folgen.
Wie Sie Ihren persönlichen Weg zu entspannten Nächten finden. (2009, Arendt Verlag)
Ein eBook (pdf, 99 Seiten) von Dipl.-Psych. Aylin Lenbet (ePub in Vorbereitung)